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Mit der Belebung des Fremdenverkehrs im 19. Jahrhundert wurde der Ruf der Kurorte nach einer gemeinsamen und kraftvollen Vertretung in organisierten Zusammenschlüssen laut

 

(dfr). „Überall regt sich der Wunsch nach einheitlicher Organisation - die kleinliche Furcht vor der Konkurrenz schwindet vor der Erfahrung, dass nur unter gemeinsamer Anstrengung große Erfolge, die für den einzelnen unerreichbar sind, erzielt werden.“

… heißt es im Einladungsschreiben zum 1. Allgemeinen deutschen Bädertag am 23. April 1892 in Leipzig und spricht für ein Verlangen nach Gemeinsamkeit. An Bedeutung haben diese Zeilen bis in die Gegenwart nicht verloren. Noch immer gilt, nur aus einer Gemeinsamkeit heraus kann eine Stärke wachsen und können gemeinsame Interessen erfolgreich umgesetzt werden. Ein Blick in die Historie der Verbandsgeschichte zeigt, wie dieses Gemeinschaftsgefühl gewachsen ist:

Als erste wissenschaftliche Publikationen über klimatische Vorzüge und die heilende Wirkung natürlicher ortsgebundener Heilmittel verfasst wurden, kam es zu einer Symbiose zwischen der sich entwickelnden wissenschaftlichen Medizin und therapeutischen Anwendungen mit ortsgebundenen Heilmitteln. Die Entwicklung kommunaler Strukturen im Sinne einer Kurorteentwicklung nahm ihren Anfang.

Berühmte und bekannte Persönlichkeiten ließen sich in den Kurorten nieder, um zu genesen oder sich in ihrer Arbeit inspirieren zu lassen.

„Wo finden sie auf einem Fleck noch so viel Gutes?“, schwärme Geheimrat Johann Wolfgang Goethe von seiner Thüringer Wahlheimat. Hier lernte er während eines zweimonatigen Kuraufenthaltes 1816 in Bad Tennstedt die Heilkraft des Schwefelwassers kennen. 1837 kam der Gothaer Buchhändler Friedrich Christoph Perthes nach Friedrichroda, um sich von den Folgen einer schweren Krankheit zu erholen.

 

In Bad Tabarz weilten der Wagnersänger Max Alvary und der Frankfurter Nervenarzt Dr. Heinrich Hoffmann, der Verfasser des Kinderbuches „Struwwelpeter“. 1812 wurde in Bad Langensalza ein Schwefelbad eröffnet, sechs Jahre später in Bad Frankenhausen ein Kurhaus und Solebad, 1823 wurden in Bad Salzungen 1050 Solebäder an Kurgäste abgegeben.

Mit der Belebung des Fremdenverkehrs erlebte das Kur- und Bäderwesen in Thüringen im 19. Jahrhundert eine erste Blüte.

Um die Entwicklung in den Kurorten voranzutreiben, schlossen sich im März 1884 in Erfurt 12 Kurorte zum Thüringer Bäderverband zusammen. Anliegen war es, als eine gemeinsame und kraftvolle Vereinigung aufzutreten, Erfahrungen auszutauschen und die Zusammenarbeit mit allen Institutionen zu fördern, sich gegenseitig zu unterstützen und das Bewusstsein der Zusammengehörigkeit zu festigen. Mit Fug und Recht kann man heute sagen, dass der Vorgänger des Thüringer Heilbäderverbandes, der Thüringer Bäderverband, zu den ersten in Deutschland gehörte, die einen organisatorischen Zusammenschluss als lebenswichtig für die Kurorte angesehen hatten.

Im April 1892 kam es dann zur Gründung eines deutschlandweiten Fachverbandes, dem Allgemeinen Deutschen Bäderverband. Es war ein Gebot der Zeit,  dass die Bäderverbände miteinander kommunizierten und eine Annäherung anstrebten. „Die so segensreich wirkenden Einzelverbände deutscher Bäder, der Thüringer, der Harzer…werden im gemeinsamen Wirken eine andauernde Belebung und Anregung ihrer besonderen Tätigkeit erfahren“, war das Versprechen des 1. Deutschen Bädertages. Und auch das hat an Bedeutung nicht verloren.

 

Historische Meilensteine

Gründung von Bäderverbänden und Bädertage

 

1884  1. Thüringer Bäderverband

1892  1. Allgemeiner Deutscher Bäderverband

1896  5. Deutscher Bädertag in Bad Salzungen

1897  6. Deutscher Bädertag in Friedrichroda 

1931 35. Deutscher Bädertag in Friedrichroda

1991 Gründung Thüringer Heilbäderverband

1999 Zusammenschluss zu einem gesamtdeutschen Bäderverband: Deutscher Heilbäderverband

 

Ab 1990: Neustrukturierung des Kur- und

Bäderwesens in kommunaler Verantwortung

 

1993 / 1994 Das Thüringer Wirtschaftsministerium

        initiiert ein Kurortesofortprogramm zur För-

        derung der kurörtlichen Infrastrukturen.

1994 Verabschiedung des Thüringer Kurortege-

         setzes. Es folgen erste Prädikatisierungen:

1999 Masserberg - Heilklimatischer Kurort

2000 Bad Klosterlausnitz - Heilbad

2001 Bad Tabarz - Kneippkurort