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Thüringer Gesundheitstourismuskongress - 9. September 2019 im Sole-Heilbad Bad Frankenhausen

Wie aus Gesundheitskompetenz Wertschöpfung zu generieren ist

Im Trend: Evidenzgestützte,  naturnahe oder naturorientierte Formen des gesundheitsfördernden Reisens

 

(dfr) Gesundheit und Tourismus sind ein wirtschaftliches Pfund in Thüringen, das auf einem großen und bei weitem noch nicht ausgeschöpften Potential an natürlichen Ressourcen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen beruht. Thüringens Heilbäder und Kurorte können dabei mit ihrer kurörtlichen und touristischen Infrastruktur, den Thermalbädern und Kurmittelhäusern punkten. Sie bieten für Rezeptpatienten genauso wie für Selbstzahler, Gesundheitsurlauber Angebote, die zum Gesundwerden und gesund bleiben beitragen.

 

Doch wie können die Orte im lokalen und internationalen Wettbewerb bestehen, wie können sie dem Trend entsprechen, welche gesundheitstouristischen Angebote müssen wir schaffen, die den Nerv des Gastes treffen,   der Thüringen in seiner Vielfalt erleben und sein geistiges und körperliche Wohlbefinden steigern will? Dieser Frage sind die rund 130 Teilnehmer des  am 9. September 2019 im Sole-Heilbad Bad Frankenhausen stattgefundenen Thüringer Gesundheitstourismuskongresses, Akteure aus der Heilbäder- und Tourismusbranche, Politik und Wirtschaft, nachgegangen.

 

Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee unterstrich in seinem Grußwort die wirtschaftliche Bedeutung der Heilbäder und Kurorte in Thüringen sowie deren Bedeutung als  Gesundheitszentren für die regionale Versorgung. "Der Gesundheitstourismus in Thüringen schöpft seine Potentiale noch nicht genügend aus", sagte er obwohl sie die Möglichkeit hätten,  ein echtes Zugpferd für den Thüringen-Tourismus zu werden. Dafür müsse aber weiter an Strukturen, Qualität und Angeboten gearbeitet werden, denn die Thüringer Kurorte stünden in harter bundesweiter Konkurrenz, so der Minister. Das Wirtschaftsministerium habe deshalb eine neue Studie in Auftrag gegeben, die den Status Quo der Thüringer Kurorte und Heilbäder ermitteln und anschließend als Basis für konkrete Maßnahmen dienen soll. Der Gesundheitstourismus bleibe auch  in den kommenden Jahren ein Wachstumsmarkt, so Tiefensee. „Thüringen hat alle Voraussetzungen, um von diesem Trend künftig noch stärker zu profitieren.“ Dafür müsse aber das Profil der Gesundheitswirtschaft geschärft und die Angebote besser vermarktet werden.

Staatssekretär Uwe Höhn, der im Auftrag von Thüringens Innenminister Georg Maier der Veranstaltung beiwohnte, sprach sich für eine Festigung der Strukturen der Bäderlandschaft im Freistaat und eine Verstetigung des Kurlastenausgleiches aus.

Das hörte der Präsident des Thüringer Heilbäderverbandes Bernhard Schönau gern und dankte beiden Ministerien für die Unterstützung.

 

Der Auftakt zur Vortagsreihe war Olympiasieger Nils Schumann vorbehalten, der über seine Erfahrungen aus dem Leistungssport berichtete und aufzeigte , wie sich Fitnesstraining effektiv in den Alltag integrieren lässt.

Gesundheit ist seit Jahren einer der gesellschaftlichen Trends, der als wirtschaftlicher Wachstumstreiber gilt und mittlerweile auch im Tourismus angekommen ist. Das sagte der Münchner Universitätsprofessor Jürgen Schmude, der überzeugt ist, dass mit Gesundheitstourismus Geld zu verdienen ist.  Durch professionell entwickelte Angebote können in den gesundheitstouristischen Destinationen direkte, indirekte und induzierte ökonomische Effekte realisiert werden, ist Schmude überzeugt. Allerdings, so schränkte er ein, seien es nicht mehr die klassischen gesundheitstouristischen Produkte des traditionellen Kurwesens, sondern moderne evidenzgestützte, oftmals naturnahe oder naturorientierte Formen des gesundheitsfördernden Reisens, die sich einer stark wachsenden Nachfrage erfreuen würden.

 

Wie in diesem Kontext eine thematische Profilierung und Angebotsschaffung an einem Standort gelingen kann, darüber diskutierten touristische und kommunalpolitische Akteure in einem Podiumsgespräch. Hierbei ging es vorrangig um zwei Pilotprojekte, die Impulsregionen  Masserberg und Inselsbergregion,  um deren touristische Standortentwicklung im Kontext mit der Thüringer Tourismusstrategie 2025. Die Entwicklungsgesellschaft des Freistaates Thüringen (LEG) managt diesen Prozess strategisch und strukturpolitisch.

 

Moderiert wurde die Veranstaltung von Alexander Mayrhofer, Leiter des Kompetenzzentrums der Thüringer Tourismus GmbH, der in der   Begrüßungsrunde  Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee, Fliederkönigin Jenny I., Staatssekretär Uwe Höhn, Landrätin Anja Hochwind-Schneider, Verbandspräsident Bernhard Schönau und Bürgermeister Matthias Strejc (v.l.) willkommen hieß. Foto: Frank