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Erneute Schließung der Thermen stellt eine finanzielle Katastrophe für die Thüringer Kurorte dar

24. 11. 2021

Aktuelle erneute Schließung der Thermen stellt eine finanzielle Katastrophe für die Thüringer Kurorte dar - Thüringer Kurorte benötigen auch 2022 aufgrund der Pandemie-Entwicklung in Thüringen zusätzliche finanziellen Hilfen

(dfr). Die Entscheidung des Thüringer Kabinetts vom gestrigen Tag im Rahmen der verschiedenen Infektionsschutzmaßnahmen auch Thermen und Saunen zu schließen, bringt die Thüringer Heilbäder Kurorte in enorme wirtschaftliche Schwierigkeiten. Von solchen aus der Schließzeit von Dezember 2020 bis Juni 2021 noch gebeutelt, geht die Talfahrt nun weiter.

„Das ist eine finanzielle Katastrophe. In der Regel sind die Wochen vor Weihnachten durch erhöhtes Gästeaufkommen und Verkauf von Gutscheinen die umsatzstärksten“, so der Verbandspräsident des Thüringer Heilbäderverbandes Matthias Strejc.

Die seit einigen Wochen geltenden 3G-Regeln in Thüringens Thermen wie zum Beispiel der Kyffhäuser-Therme in Bad Frankenhausen, hätten bereits für weniger Gäste und zusätzlichen Personalaufwand für Kontrollen und örtliche Corona-Tests gesorgt.

Insgesamt würden die anhaltenden pandemiebedingten Einschränkungen die Heilbäder und Kurorte komplex treffen. Nicht nur die Thermen seien betroffen, auch touristische Einnahmeverluste, bedingt durch sinkende Gästezahlen in den Hotels und Pensionen und geringere Auslastung in den Rehakliniken, würden 2021 deutlich weniger Einnahmen aus der Kurtaxe nach sich ziehen, rechnet der Verbandschef vor. Zudem würde sich die dramatische Situation in den Kurorten mit Thermen und Saunen extrem auf die kommunalen Haushalte auswirken, die die Verluste der Kurgesellschaften ausgleichen müssten. Das bedeute deutlich höhere Ausgaben in den kommunalen Haushalten bei gleichzeitig deutlich weniger Einnahmen. Nach aktueller Einschätzung wird mit Verlusten in Höhe von bis zu 8 Mio. Euro gerechnet.

 

Von Jahresbeginn an fordert der Thüringer Heilbäderverband eine Verlängerung der Krisenmaßnahmen, vor allem für Kurorte mit Kurbadeinrichtungen. Dazu sei man mit der Landespolitik im ständigen Austausch, bislang jedoch ohne Erfolg. „Es ist bereits fünf nach zwölf und es besteht dringendster Handlungsbedarf. Wir erwarten von der Landesregierung und den Landtagsfraktionen eine sehr schnelle Einigung zur Auszahlung der von uns angezeigten Bedarfssumme“, mahnt der Verbandschef.

 

Sorgen bereiten ihm zudem die Pandemie-Folgen auch über das Jahr 2021 hinaus, wenn sinkende Gästezahlen und Steuereinnahmen durchschlagen, die wirtschaftliche Nachfrage trotz Einstieg in eine Normalität durch Einkommensausfälle, Unsicherheit und teils fortbestehende Einschränkungen belastet bleibt.

„Wir müssen an die Landesregierung appellieren im Rahmen der aktuellen Haushaltsdiskussionen die berechtigten Forderungen nach Sonderzuweisungen in Höhe von 5 Mio. Euro zusätzlich zum Sonderlastenausgleich sowie zusätzliche 5 Mio. Euro zur Unterstützung der Kurorte mit eigenbetriebenen Thermen in die Haushaltsdebatte 2022 mit aufzunehmen“, macht er unmissverständlich deutlich.