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Thüringen soll besser vom wachsenden Gesundheitstourismus profitieren

22. 09. 2020

 Thüringen soll künftig stärker vom wachsenden Gesundheitstourismus profitieren. Dafür sei allerdings eine stärkere Profilierung und Vermarktung der aktuell 18 Thüringer Kurorte und Heilbäder notwendig, sagte Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee auf dem „Thüringer Bädertag 2020“ am 21. September  in Bad Lobenstein: „Der Kurtourismus schöpft seine Potentiale noch nicht genügend aus.“ Deshalb müsse gerade mit Blick auf die Nach-Corona-Zeit weiter intensiv an Strukturen, Qualität und Angeboten gearbeitet werden. „Vor allem muss es gelingen, auch überregional wieder stärker mit dem Thema ‚Gesundheit und Wellness’ zu punkten“, so der Minister. Um diesen Prozess zu unterstützen, hat das Land eine Studie zur Situation der Thüringer Bäder und Kurorte in Auftrag gegeben. Auf dieser Grundlage sollen Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung des Gesundheitstourismus entwickelt werden. Dazu finden in den kommenden Wochen mehrere Regionalkonferenzen mit den kurtouristischen Anbietern und Akteuren statt.

 Erste Ergebnisse der Studie, die spätestens Anfang 2021 vorliegen soll, bescheinigen dem Freistaat dafür eine gute Ausgangsposition: So zeigten sich die im Rahmen der Erhebung befragten Kurgäste sehr zufrieden mit ihrem Aufenthalt, rund 92 Prozent würden einen Kur- oder Wellnessaufenthalt in Thüringen weiterempfehlen. „Die Thüringer Bäder, die oftmals über Sole- und Thermalquellen, Moorvorkommen und Heilklima verfügen, haben sich in den letzten Jahren zu modernen Zentren für Prävention und Regeneration entwickelt“, sagte Tiefensee weiter. Das Kur- und Bäderwesen in Thüringen hat 2019 einen Bruttoumsatz von rund 770 Millionen Euro erwirtschaftet, sichert fast 12.000 Arbeitsplätze und sorgte zuletzt mit rund 2,75 Millionen Übernachtungen für ein Viertel aller touristischen Übernachtungen in Thüringen.

Um diese gute Position weiter auszubauen, seien aus seiner Sicht vor allem zusätzliche Investitionen in die Kuranlagen sowie in gehobene Hotellerie und Gastronomie in den Kurorten notwendig, sagte der Minister. „Bei diesen Investitionen wird das Land die Akteure selbstverständlich weiter unterstützen.“ Allein seit 2010 wurden touristische Vorhaben in den Thüringer Kurorten mit 52 Millionen Euro gefördert und damit Investitionen im Umfang von 64 Millionen Euro angestoßen. Nach den vorliegenden Ergebnissen einer Akteursbefragung haben in den letzten Jahren zudem zwei von drei Unternehmen in ihren Betrieb investiert – vor allem in Zimmer und Außenanlagen –; jedes zweite Unternehmen plant auch in den kommenden drei Jahren Investitionen.

  „Der Gesundheitstourismus bleibt auch in den kommenden Jahren ein Wachstumsmarkt“, so Tiefensee. In einer Gesellschaft, in der Lebenserwartung und Wohlstand weiter steigen, wachse die Bereitschaft, Geld für Gesundheit und Wohlbefinden auszugeben. „Thüringen hat alle Voraussetzungen, um von diesem Trend künftig noch stärker zu profitieren.“ So ist auch das Gästepotential nach Erhebungen für die Kurortestudie besonders groß: 84 Prozent von in Thüringen und den Nachbarbundesländern Befragten haben grundsätzlich Interesse an einem Kuraufenthalt im Freistaat. Und das Spektrum der gesundheitstouristischen Angebote reicht von der klassischen medizinisch-therapeutischen Versorgung über Entspannung und Wellness bis hin zur aktiven Freizeitgestaltung. „Thüringen ist eine Region, in der die Menschen seit Jahrhunderten Erholung und Heilung von Krankheiten finden“, sagte der Wirtschaftsminister. „Daran wollen wir auch tourismuspolitisch wieder stärker anknüpfen.“ (Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft, digitale Gesellschaft, S. Krause) 

 

 

Foto: Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee beim Thüringer Bädertag 2020 in Bad Lobenstein. Foto: Frank