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Das war der Thüringer Bädertag 2016 mit Gesundheitskongress

Jubiläumsveranstaltung mit Blick in die Zukunft

 
Im Rahmen seines 25 jährigen Verbandsjubiläums hatte der Thüringer Heilbäderverband gemeinsam mit der Thüringer Tourismus GmbH am 6. Juni 2016 zum Gesundheitskongress in den Luftkurort Friedrichroda eingeladen.
 
Thüringens Kurorte leisten einen herausragenden Beitrag zur Gesunderhaltung der Menschen. Sie sind nicht nur tragende Säule in der Fürsorge für seelisches und körperliches Wohlbefinden, sondern mit ihren touristischen Angeboten gleichwohl auch entscheidende Mitgestalter der Regionen. Immer mehr nutzen auch Touristen das örtlich gebündelte Angebot von Gesundheit, Natur und Kultur. Nicht nur in Thüringen, deutschlandweit, haben sich die Kurorte zu einer tragenden Säule im Tourismus entwickelt.
 

Wie ist es aber um deren Zukunft bestellt? Wie sieht der Kur.Ort.Gast.2030 aus?  

Darüber diskutierten Vertreter aus der Gesundheits- und Tourismusbranche sowie Politik und Öffentlichkeit beim Thüringer Gesundheitskongress.

 

Seit 1990 vollzieht sich in Thüringens Heilbädern und Kurorten ein immer währender, von  den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen bestimmter Wandel.

Heute sind es 15 staatlich anerkannte prädikatisierte Orte im Thüringer Heilbäderverband, die sich der Konkurrenz deutschland- und europaweit stellen. Für sie ist der Gast  - ob Kurgast, Kururlauber oder Tourist – das Maß aller Dinge. Auf dessen Bedürfnisse, Wünsche und Anforderungen einzugehen, das ist das Kerngeschäft der Heilbäder und Kurorte. Und das machen sie recht gut. 

Mit annähernd drei Millionen jährlichen Übernachtungen decken sie ein Drittel der Gesamtübernachtungen im Freistaat ab, binden 12.000 Arbeitsplätze und erwirtschaften einen Bruttoumsatz von 509 Mio Euro. 

Für Thüringens Sozial- und Arbeitsministerin Heike Werner sind die Heilbäder und Kurorte ein Kleinod von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Der Branche prophezeit sie Wachstum, weil sich Menschen immer mehr um die eigene Gesundheit kümmern.

Diesem Trend folgend ist die „alte Kur tot“, machte der  Neustädter Badearzt Dr. André  Haas beim Gesundheitskongress deutlich. Am Beispiel der Gemeinde zeigte er auf, wie man hier nicht nur auf Urlauber sondern auf spezielle Konzepte im Gesundheitstourismus  setzt.  „Wir  brauchen neue Konzepte“, sagte Haas, bei denen er Indikationsmarketing und hohen Kundennutzen in den Mittelpunkt rückt. Mit vernetzten Kooperationsstrukturen ist es gelungen, ein Angebot für ambulante Kuren für die chronische Lungenerkrankung COPD zu schaffen, das in Thüringen beispielhaft ist.

Aber auch Investitionen für den Erhalt und die Modernisierung der kurörtlichen Infrastruktur sind für den Kurort 2030 erforderlich. Dass es hier gelungen ist,  den Freistaat Thüringen mit ins Boot zu bekommen, bezeichnete Bäderverbandspräsident Bernhard Schönau als einen großen Erfolg in der nunmehr 25 jährigen Verbandsgeschichte. Thüringens Innenminister Dr. Holger Poppenhäger erntete an diesem Tag viel Beifall, hatte er doch sein Versprechen vom Thüringer Bädertag 2015 für die Unterstützung der Heilbäder und Kurorte eingelöst: 10 Mio Euro stehen in den nächsten zwei Jahren für den Ausgleich von Sonderlasten zur Verfügung. "Das ist ein ganz wichtiger Schritt, dass wir die Kurorte und Heilbäder für die Zukunft stark machen als wichtigen Wirtschaftsfaktor in Thüringen", sagte der Minister.

Mit Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee war der dritte Minister der Einladung zur zur Tagung gefolgt, der, nach der Zukunft der Heilbäderbranche befragt, auf einen Paradigmenwechsel, hochqualitative Angebote und eine extreme Vernetzung der Kurorte setzt. Den Heilbädern und Kurorten empfahl er die unbedingte Nutzung von Förderprogrammen,  um Differenzen in Angeboten und Infrastruktur abbauen zu können. 

 

 Das war der Thüringer Bädetag mit Gesundheitskongress am 6. Juni 2016 (Urheber: Heinz Roeske)